Co-reactive sichert 6.5 Mio. € Seed-Finanzierung für CO2-negative Baustofftechnologie

  • Das Climate-Tech-Start-up Co-reactive schließt eine Seed-Finanzierung in Höhe von insgesamt 6,5 Mio. € ab.
  • Die Technologie des Unternehmens mineralisiert CO₂ kontinuierlich und verwandelt Emissionen in leistungsfähige, CO₂-negative Zementersatzstoffe (SCMs). 
  • Die Finanzierungsrunde wird vom High-Tech Gründerfonds (HTGF) angeführt. Weitere Investoren: NRW.Bank, HBG Ventures, AFI Ventures (der Frühphasen Impact Arm von Ventech), Evercurious VC sowie Climate Tech Business Angels. Zusätzlich erhält das Unternehmen Fördermittel des BMWE im siebenstelligen Bereich.
  • Co-reactive skaliert nun vom Prototypen zur kontinuierlichen 1.000-t-Demonstrationsanlage und bereitet industrielle Pilotanlagen im Zehntausend-Tonnen-Maßstab vor.

Das 2024 gegründete Climate-Tech Start-up Co-reactive aus NRW hat eine Seed-Finanzierungsrunde über insgesamt 6,5 Mio. € abgeschlossen. Mit dem Kapital wird die CO₂-Mineralisierungstechnologie des Unternehmens, die CO2 nutzbar macht und nachhaltig als performante Baustoffe bindet, vom Prototyp zur industriellen Anwendung skaliert.  

Co-reactive Gründungsteam (v.l. Dr. Andreas Bremen (CEO), Orlando Kleineberg (CTO), Willi Peter (CCO)) (Bild: Co-reactive)

Die Runde wird vom HTGF angeführt. Darüber hinaus investieren NRW.Bank, HBG Ventures, AFI Ventures (der Frühphasen Impact Arm von Ventech), Evercurious VC sowie ein Netzwerk erfahrener Climate Tech Business Angels. Weitere Unterstützung erfährt das Unternehmen durch Förderungen wie der Bundesförderung Industrie und Klima (BIK) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE).

Co-reactive hat einen kontinuierlichen Prozess entwickelt, der CO₂ gemeinsam mit natürlichen Mineralien wie beispielsweise Olivin oder metallurgischen Schlacken (EAF & BOF) in CO₂-negative Supplementary Cementitious Materials (SCMs) umwandelt. Die Materialien ermöglichen eine signifikante Verringerung des Klinkeranteils in Zement und Baustoffen – und damit eine deutliche Reduktion ihres CO₂-Fußabdrucks. Gleichzeitig tragen sie zur Druckfestigkeit und Dauerhaftigkeit von Baustoffen bei. Die Lösung ist als Drop-in-Technologie konzipiert und lässt sich problemlos in bestehende Produktionsprozesse integrieren.  

Damit adressiert Co-reactive zwei zentrale Herausforderungen der Branche:  

  • Hohe Emissionen: Die Zementproduktion verursacht rund acht Prozent der globalen CO₂-Emissionen. Mit steigender CO₂-Bepreisung drohen sich die Herstellungskosten in der kommenden Dekade zu verdoppeln.
  • Rohstoffmangel: Klassische Zementersatzstoffe wie Flugasche und Hüttensand werden durch den Kohleausstieg und die Transformation der Stahlindustrie zunehmend knapp.

Mit der Seed-Finanzierung skaliert Co-reactive seinen derzeitigen Labor- und Pilotbetrieb zunächst in Q2 2026 auf eine durchgängig betriebene Demonstrationsanlage mit rund 1.000t Kapazität pro Jahr. Parallel bereitet das Unternehmen gemeinsam mit Industriepartnern First-of-a-Kind-Anlagen im Zehntausend-Tonnen-Maßstab vor, die ab 2027 biogene oder prozessbedingte CO₂-Ströme in der Zement- und Stahlindustrie vor Ort mineralisieren sollen.

Stimmen zur Finanzierung

Dr.-Ing. Andreas Bremen, Mitgründer und CEO von Co-reactive: „Förderung und Wissenschaft sind die Basis – echte Transformation entsteht erst durch unternehmerisches Handeln. Mit den richtigen Mitgründern und einem interdisziplinären Team bringen wir CO₂-Mineralisierung aus dem Labor in den industriellen Dauerbetrieb. Die Unterstützung unserer Finanzierungspartner mit dem HTGF als Lead Investor gibt uns die Schlagkraft, den Funktionsbeweis mit einer 1.000-t-Demonstrationsanlage zu liefern und die Skalierung gemeinsam mit der Industrie vorzubereiten. Wir bauen eine Lösung auf, die heute dringend gebraucht wird, damit sie morgen im industriellen Maßstab wirken kann.“

Anna Stetter, Investment Manager, HTGF: „Die Bauindustrie steht vor einem Wendepunkt: Klassische Zementersatzstoffe wie Hüttensand und Flugasche werden durch die Dekarbonisierung knapp und teuer – die Preise für Flugasche haben sich in den letzten zwei Jahren teilweise vervierfacht. Co-reactive bietet eine skalierbare Alternative, die nicht nur CO₂-negativ ist, sondern sich als Drop-in-Lösung in bestehende Prozesse integrieren lässt. Mit starken Unit Economics und einem erfahrenen Team aus Mineralisierungs- und Anlagenbauexperten hat Co-reactive das Potenzial, die Branche nachhaltig zu verändern.“

Co-reactive Team (Bild: Co-reactive)

Über Co-reactive
Co-reactive GmbH ist ein 2024 gegründetes und über das EXIST Programm des BMWE gefördertes Climate-Tech-Start-up mit Sitz in Düsseldorf. Das Unternehmen entwickelt eine kontinuierliche CO₂-Mineralisierungstechnologie, die aus abgeschiedenem CO₂ und magnesium-/calciumhaltigen Silikatmineralen wie Olivin oder metallurgischen Schlacken neuartige, hochreaktive Supplementary Cementitious Materials (CO-SCMs) herstellt. Die CO-SCMs besitzen einen negativen CO₂-Fußabdruck und ermöglichen eine signifikante Verringerung des Klinkeranteils in Zement und Baustoffen, ohne
Leistungseinbußen in Kauf zu nehmen. Co-reactive arbeitet entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit CO₂- und RohstoRlieferanten, Zement- und Betonproduzenten sowie Zertifizierungsstellen zusammen, um den Weg von der Pilotanlage hin zu großskaligen industriellen Anlagen im 100- bis 300-kt-Maßstab zu ebnen. Das Team vereint Expertise in CO2-Mineralisierung, Anlagenbau in der Schwerindustrie sowie Kommerzialisierung und verfügt über Erfahrung in der Skalierung nachhaltiger Technologien.

Über den HTGF – High-Tech Gründerfonds
Der HTGF ist einer der führenden und aktivsten Frühphaseninvestoren in Deutschland und Europa, der Startups in den Bereichen Deep Tech, Industrial Tech, Climate Tech, Digital Tech, Life Sciences und Chemie finanziert. Mit seinem erfahrenen Investmentteam unterstützt der HTGF Startups in allen Phasen ihrer Entwicklung hin zu internationalen Marktführern. Der HTGF investiert in der Pre-Seed- und Seed-Phase und kann sich in weiteren Finanzierungsrunden signifikant beteiligen. Seit seiner Gründung im Jahr 2005 hat er rund 800 Startups finanziert und 200 erfolgreiche Exits realisiert. Der HTGF hat über 2 Mrd. Euro Fondsvolumen.   
Zu den Fondsinvestoren der Public-Private-Partnership zählen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die KfW Capital sowie 45 Unternehmen und Family Offices. Weitere Informationen unter HTGF.de oder auf LinkedIn

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