Aktuelle Benchmarking-Studie von RSM Ebner Stolz zeigt: Kennzahlen im Mittelstand unter Druck – erhebliche Branchenunterschiede im Zeitraum 2022-2025

  • RSM Ebner Stolz analysiert zentrale Finanzkennzahlen mittelständischer Unternehmen als Referenzrahmen für die Financial Due Diligence Empirische Studie untersucht Verschuldungsgrad, Cash Conversion Cycle, EBITDA-Marge und NFV/EBITDA in 15 Branchen
  • Profitabilität im Mittelstand rückläufig: EBITDA-Marge sinkt branchenübergreifend um rund 1 Prozentpunkt auf 5,0 % im Median
  • Verschuldungsgrad sinkt um 33 Prozentpunkte – bei erheblicher Heterogenität zwischen Branchen und Größenklassen
  • RSM Ebner Stolz Transaction Advisory Services- und Data Science-Team legen datenbasierte Entscheidungsgrundlage für M&A-Prozesse vor

Stuttgart, 23. Juni 2026 – Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft RSM Ebner Stolz hat eine umfassende Benchmarking-Studie zur Entwicklung zentraler betriebswirtschaftlicher Kennzahlen mittelständischer Unternehmen in Deutschland veröffentlicht. Die Untersuchung analysiert die Entwicklung von Verschuldungsgrad, Cash Conversion Cycle, EBITDA-Marge und dem Verhältnis Nettofinanzverschuldung zu EBITDA über den Zeitraum 2022 bis 2025 und schafft damit einen empirisch fundierten Referenzrahmen für die Financial Due Diligence (FDD) im Rahmen von Unternehmenstransaktionen.
 
Das gegenwärtige wirtschaftspolitische Umfeld stellt mittelständische Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen. Geopolitische Krisenereignisse, Inflation, steigende Energie-, Finanzierungs- und Materialkosten sowie tiefgreifende technologische Transformationsprozesse haben die finanzwirtschaftlichen Kennzahlen des deutschen Mittelstands in den vergangenen Jahren einer erhöhten Volatilität ausgesetzt. Die Studie von RSM Ebner Stolz macht diese Entwicklungen erstmals branchenübergreifend und größenklassenspezifisch sichtbar.
 
Die zentralen Ergebnisse der Studie zeigen ein differenziertes Bild: Der durchschnittliche Verschuldungsgrad mittelständischer Unternehmen ist branchenübergreifend um rund 33 Prozentpunkte gesunken – von 187,0 % im Jahr 2022 auf 154,0 % im Jahr 2025. Gleichzeitig erhöhte sich der Cash Conversion Cycle kontinuierlich von 54 auf 61 Tage, was auf eine steigende Kapitalbindung hindeutet. Die EBITDA-Marge reduzierte sich im Median um ca. 1 Prozentpunkt von 6,2 % auf 5,0 %. Das Verhältnis NFV/EBITDA ist leicht angestiegen und signalisiert eine zunehmende Verschuldungsintensität im Verhältnis zur operativen Ertragskraft.
 
Hinter den aggregierten Werten verbergen sich jedoch erhebliche branchenspezifische Unterschiede. Im verarbeitenden Gewerbe war in allen Teilbranchen eine Reduktion des Verschuldungsgrads festzustellen, besonders ausgeprägt in der Automobilwirtschaft und im Maschinen- und Anlagenbau. Im Dienstleistungssektor ergibt sich ein differenziertes Bild: Während die Hotel- und Tourismusbranche von der Nachfrageerholung nach der Pandemie profitierte, verzeichneten andere Dienstleistungsbranchen steigende Verschuldungsquoten. Im Handel führten erhöhte Lagerbestände bei zurückhaltender Konsumentennachfrage zu einem zwischenzeitlichen Anstieg des Verschuldungsgrads.
 
„Die Möglichkeit, externe makroökonomische Einflussfaktoren von unternehmensspezifischen Treibern zu trennen, ist für die Qualität der Financial Due Diligence bei Unternehmenstransaktionen entscheidend“, erläutert Dr. Christoph Eppinger, Partner bei RSM Ebner Stolz. „Erst das systematische Benchmarking mit aussagekräftigen Referenzgruppen erlaubt die Identifikation und sachgerechte Bewertung potenzieller Chancen und Risiken des Zielunternehmens.“
 
Die Studie differenziert zudem nach Umsatzgrößenklassen (EUR 0 bis 50 Mio. sowie EUR 50 bis 250 Mio.). Dabei zeigt sich, dass Unternehmen mit geringerem Umsatz im Untersuchungszeitraum tendenziell stärkere Rückgänge der EBITDA-Marge sowie volatilere Entwicklungen des Cash Conversion Cycle aufweisen als umsatzstärkere Vergleichsgruppen. Florian Seizer, ebenfalls Partner bei RSM Ebner Stolz, ergänzt: „Für Investoren und Finanzierungspartner liefert die Studie eine belastbare Datengrundlage, um Kennzahlen eines Zielunternehmens im relevanten Branchenkontext einzuordnen und fundierte Entscheidungen im Transaktionsprozess zu treffen.“
 
Die Studie basiert auf der Auswertung von Abschlüssen nach handelsrechtlicher Rechnungslegung und umfasst mehr als 750 mittelständische Unternehmen pro Betrachtungsjahr. Die Daten repräsentieren einen Querschnitt des deutschen Mittelstands aus 15 Branchen und wurden vom RSM Ebner Stolz Data Science-Team erhoben und ausgewertet.
 
RSM Ebner Stolz vereint in der Studie die FDD-Expertise des Transaction Advisory Service-Teams mit der datenanalytischen Kompetenz des Data Science-Teams. Das TAS-Team sorgt für einen reibungslosen Transaktionsprozess und erkennt frühzeitig Risiken sowie Wertsteigerungspotenziale. Das Data Science-Team unterstützt bei der datengetriebenen Analyse und setzt moderne Technologien zur Erhebung und Auswertung der Kennzahlen ein.
 
Weitere Einzelheiten können Sie der vollständigen Studie entnehmen.

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